DIE UNTERTEILUNG

Schottland kann man, von der natürlichen Gliederung her, in drei Teilräume aufteilen: Das Berg- und Hügelland, die Southern Uplands im Süden, die Highlands im Norden und das Senkungsgebiet der zentralschottischen Central Lowlands. Sowohl die süd- als auch die nordschottischen Gebirgsländer sind überwiegend aus metamorphen und magmatischen Gesteinen des Erdaltertums aufgebaut. Sie gehören der kaledonischen Faltungsära mit südwest-nordöstlich streichenden Gebirgszügen an, bilden somit eine Fortsetzung des skandinavischen Gebirgssystems und setzen sich wiederum südwestlich in den Bergländern von Irland, Cumbria und Nordwales fort.

DIE VEGETATION

bild066Die Vegetation Schottlands ist sehr stark durch die unterschiedlichen Niederschlagsverhältnisse, durch die Windexposition und die Landbewirtschaftung durch den Menschen beeinflußt, und zeigt in den gebirgigen Lagen eine ausgeprägte Höhenstufung entsprechend den Temperaturen und den Bodenverhältnissen. Ursprünglich waren die tieferen Lagen der Uplands mit Wäldern bedeckt. Die obere Waldgrenze lag aus klimatischen Gründen bei 500-600 Metern. Diese Waldgebiete wurden im Mittelalter und der frühen Neuzeit, für Siedlungszwecke, zur Holznutzung und zur Erweiterung der Ackerbau- und Weideflächen abgeholzt. Auf den Orkney- und Shetland-Inseln und an den Berghängen des westlichen Hochlandes existierte vermutlich noch nie Wald.

Nach dem 2. Weltkrieg begann ein großangelegtes Aufforstungsprogramm. Ziele waren der Schutz des Bodens vor Erosion und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Zur Zeit sind etwas 2600 Quadratkilometer der Highlands durch Wiederaufforstung bewaldet. Außerhalb der Waldgebiete läßt sich die heutige Vegetation anhand der Höhenstufung darstellen. Fünf Stufen werden im allgemeinen unterschieden:

DIE HÖHENSTUFUNG

1. Eichenwaldstufe (bis 250 Meter) in den Lowlands und den Küstenebenen der Uplands und der östlichen Highlands. Dies ist ein Gebiet kleiner Naturwaldreste und umfangreicher Aufforstungen, in den Nordsee-Küstenebenen intensiver ackerbaulich genutzt, in den Uplands und den Grampian Mountains vor allem viehwirtschaftlich genutztes Grasland für Milchkühe und Schafe.
2. Kiefern- Birkenwaldstufe (zwischen 250 und 400 Meter, teilweise bis 600 Meter) umfaßt mittlere Höhenlagen der Grampian Mountains. Es handelt sich um Naturgrasland, welches von der Schafzucht vereinnahmt wird. Der ehemalige Wald ist bis auf wenige Reste verschwunden und durch Zwergstrauchheiden ersetzt. Das Grasland besteht meist aus Schwingelarten und Borstengras, ist, je nach Untergrund und Feuchtigkeit, durchsetzt mit Heidekraut, Ginster, Heidel- und Preiselbeeren sowie Farnen.
3. Zwergstrauchheiden- und Hochmoorstufe (300 bis 650 Meter) im Westen teilweise bis auf Meereshöhe. Typische Pflanzen sind Sauer- und Binsengräser, Schilfrohr, Wollgras, Laichkräuter und verschiedene Torfmoose.
0204. Arktisch-alpines Grasland (bis 900 Meter) in den Grampian Mountains und Northwest Highlands. Das karge Grasland entspricht etwa der Stufe der Matten in den Alpen und ist viehwirtschaftlich nicht mehr zu nutzen.
5. Obere arktisch-alpine Stufe (ab 900 Meter, auf den Hebriden ab 550 Meter). Sie entspricht der Polsterpflanzenstufe der Alpen mit verbreiteten Moosen und Flechten auf den Gesteinstrümmern.

DIE TIERWELT

Relativ Artenreich ist die schottische Tierwelt. An Säugetieren sind insbesondere Rot- und Damwild, Füchse, Dachse, Hasen, Kaninchen, Marder und Wildkatzen zu erwähnen. Als typische Nutztiere, die in bestimmten Regionen ganzjährig im Freien weiden, sind Schafe und Rinder zu nennen. An charakteristischen Vögeln sind, neben Singvögeln, besonders Raub- und Greifvögel, Rauhfußhühner und eine Fülle von Seevögeln zu nennen. Zu den ersten gehören Bussarde, Turm- und Wanderfalken, Milane, Kolkraben und Steinadler, zu den Hühnervögeln Birk-, Moor- und Schneehuhn und der Auerhahn. An Seevögeln sind Silber-, Dreizehen- und Raubmöwen, Brand-, Fluss-, Küsten- und Zwergseeschwalben, Pfeif-, Spieß- und Krickenten, verschiedene Wildgänsearten, Sturmtaucher, Trottellummen, Baßtölpel, Tordalke, Eissturmvögel, Papageientaucher, Meeresstrandläufer und Kormorane zu nennen.

Für den Forellen- und Lachsbestand sind die Gewässer der Uplands und der Highlands berühmt. In den Küstengewässern findet man vor allem Lachse, Heringe, Schollen, Seelachse, Delphine und Kleinwale. Verschiedene Arten von Seehunden und Robben kommen in großer Anzahl vor. In den geschützen Gewässern vor allem der Westküste und der Hebriden findet man zahlreiche Lachs-, Austern-, Hummer- und Muschelfarmen.

DER MENSCH

Gebiete bemerkenswerter landschaftlicher Schönheit, seltener Pflanzen und Tiere, aber auch starker Anziehungskraft für den Tourismus, sind in Schottland unter Schutz gestellt. Die sogenannten Forest Parks sind großräumige Landschaftsschutzgebiete, die einen ähnlichen Zweck erfüllen wie die Nationalparks. Darunter sind: Die Cairngorm Mountains, Ben Nevis, Loch Maree, Loch Lomond mit dem Queen Elisabeth Forest Park und der Galloway Forest Park.

163Schottland zählt etwas mehr als 5 Millionen Einwohner. Fast 3/4 der Bevölkerung lebt in den zentralen Lowlands, vor allem in den beiden Städten Glasgow und Edinburgh. Die Hauptstadt Edinburgh zählt 450.000 Einwohner, die größte Stadt aber ist Glasgow mit 612.000 Einwohnern. Die Ursache dieser ungleichen Bevölkerungsverteilung liegt zum großen Teil in der Landesnatur, aber auch in der historischen Entwicklung.